Neue Qualität auf der Hunsrückbahn: Betriebsaufnahme mit modernen Fahrzeugen auf der Strecke Boppard – Emmelshausen am 4. Mai

04.05.2011 09:23

Boppard – Am 4. Mai ist es endlich soweit: Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Rhenus Veniro nimmt im Auftrag des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) den Betrieb auf der Hunsrückbahn zwischen Boppard und Emmelshausen mit modernen Dieseltriebwagen auf.

Erleichtert zeigt sich Landrat Bertram Fleck auch in seiner Funktion als Vorsitzender des SPNV-Nord: „Ich bin froh, dass es Rhenus Veniro nun im zweiten Anlauf gelingt, nach den Schwierigkeiten im Zulassungsverfahren der Fahrzeuge, tatsächlich den Betrieb auf unserer einzigartigen Hunsrückbahn aufzunehmen. Ich bin sicher, dass sich das Warten gelohnt hat und wir ab dem 4. Mai einen zeitgemäßen und attraktiven Schienenpersonennahverkehr anbieten können.“

Die 15 km lange Strecke der Hunsrückbahn gilt mit ihrem 8,5 km langen Steilstreckenabschnitt mit sechs Prozent Steigung als die steilste, im regulären Schienenpersonennahverkehr betriebene Strecke Deutschlands.

Eigentlich sollte Rhenus Veniro den Betrieb bereits im Dezember 2009 aufnehmen, doch dazu kam es damals leider nicht. Grund dafür waren Verzögerungen im Zulassungsverfahren der Fahrzeuge, die insbesondere mit den besonderen Anforderungen an die Fahrzeuge für den Einsatz auf der Steilstrecke zusammenhängen.

Für die Zwischenzeit wurde vom SPNV-Nord der „Altbetreiber“ DB Regio mit der Fortführung der Verkehre beauftragt, so dass auch in den zurückliegenden Monaten der SPNV-Betrieb gewährleistet blieb. Landrat Fleck bedankte sich bei DB Regio ausdrücklich für deren unbürokratische Kooperationsbereitschaft, ohne die in den vergangenen 15 Monaten kein Schienenverkehr auf der Hunsrückbahn stattgefunden hätte.

Die neuen Fahrzeuge vom Typ Regio-Shuttle des Fahrzeugherstellers Stadler-Pankow sind mit einem für die Hunsrückbahn modifizierten Antriebs- und Bremssystem ausgerüstet. Allerdings sind derzeit aufgrund von Qualitätsmängeln aus der Fertigung noch nicht alle Fahrzeuge einsetzbar. Daher kann der Betrieb zunächst nur mit einem pro Zugfahrt eingesetzten Fahrzeug aufgenommen werden, wodurch die Platzkapazität leider auf etwa 70 Plätze eingeschränkt ist. Außerdem muss die Anzahl der Fahrräder pro Fahrzeug auf max. 10 begrenzt werden. Die Experten vom Fahrzeughersteller Stadler arbeiten an einer zeitnahen Beseitigung der Mängel.

Im Schülerverkehr werden deshalb zur Entlastung der Züge zusätzliche Busse eingesetzt und zwar um 6:53 Uhr ab Emmelshausen, 6:57 Uhr ab Ehr Halsenbacher Straße und 7:06 Uhr ab Buchholz Bahnhof  nach Boppard Hbf und Boppard Süd. Dabei sollten alle Schülerinnen und Schüler ab Ehr und Buchholz den Entlastungsbus benutzen. Nach der 6. Stunde verkehren Entlastungsbusse um 13.37 Uhr ab Boppard Realschule und 13:41 Uhr ab Boppard Hbf nach Emmelshausen über Buchholz und Ehr.

Die Vertragspartner Rhenus Veniro und SPNV-Nord legen bei der neuen Produktmarke „Hunsrückbahn“ besonderen Wert auf eine hohe Qualität: Die neuen,  modernen Eisenbahnfahrzeuge bieten den Fahrgästen ein hohes Maß an Sicherheit und Fahrkomfort.

Die neuen Fahrzeuge bieten den Kunden insbesondere folgende Vorzüge:

  • Klimatisierung
  • barrierefreier Fahrgastraum
  • behindertengerechte WC-Anlage
    • Øgroßzügiger Mehrzweckbereich für Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder und Gepäck
  • komfortable Sitze mit hoher Beinfreiheit  
  • modernes, ansprechendes Innendesign
  • Videoüberwachung für mehr Sicherheit

Zudem steht in jedem Zug für Fragen, Auskünfte und weitere Informationen ein Zugbegleiter zur Verfügung

Die Hunsrückbahn verkehrt nach einem im Vergleich zu heute zeitlich ausgedehnten Fahrplan im Stundentakt zwischen Boppard und Emmelshausen, der den Bedürfnissen der unterschiedlichen Fahrgastgruppen (Schüler, Berufspendler, Freizeitreisende etc.) Rechnung trägt.  Dabei werden die Anforderungen des Schülerverkehrs besonders berücksichtigt.

Ein weiterer Vorteil für die Kunden besteht darin, dass in den neuen Zügen alle Fahrkarten (außer Jahreskarten) zu sämtlichen Zielen im Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) und zu ausgewählten Zielen außerhalb des VRM an den Fahrkartenautomaten im Zug erhältlich sind. Aboanträge für Zeitkarten (Wochen-, Monats- oder Jahreskarten) erhalten die Fahrgäste beim Zugbegleiter oder im Internet unter www.hunsrueckbahn.de.

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